RAMONA WEGELE | BLOG
Heilpraktikerin für Psychotherapie
RAMONA WEGELE | BLOG
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Lesezeit: ca. 4 Minuten
Was wir bekämpfen, bleibt oft hartnäckig bestehen. Klopfakupressur setzt genau da an: Statt ein belastendes Gefühl wegzudrängen, hilft das Klopfen bestimmter Punkte dabei, es anzunehmen – und genau darin liegt oft die Veränderung. Wie das funktioniert und woher die Methode kommt, erfahren Sie in diesem Artikel.
Stress, Leistungsdruck, Ängste, Ärger oder Hilflosigkeit – solche Gefühle wollen wir oft am liebsten loswerden. Doch genau dieser Widerstand ist es häufig, der sie festhält. Klopfakupressur setzt nicht daran an, ein Gefühl wegzuklopfen, sondern es anzuerkennen und ihm die Erlaubnis zu geben, da zu sein, während wir bestimmte Akupunkturpunkte beklopfen. Begleitet wird das Klopfen von kurzen Sätzen, die genau diese Selbstakzeptanz stärken.
Die Wurzeln der Technik reichen bis in die 1970er-Jahre zurück, als erste körperbasierte Klopfverfahren aus der sogenannten Energetischen Psychologie entstanden. Der Psychiater Michael Bohne entwickelte daraus die Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie (PEP) – eine Weiterentwicklung, die sich bewusst von esoterischen Erklärungsmodellen wie der Meridianlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin löst und sich stattdessen auf neurobiologische Wirkmechanismen stützt.
Heute wird Klopfakupressur in Psychotherapie, Coaching und Traumatherapie eingesetzt – als eigenständige Methode oder begleitend zu anderen Ansätzen, etwa der körperorientierten Psychotherapie.
Wir richten die Aufmerksamkeit bewusst auf ein konkretes, aktuell belastendes Gefühl – nicht um es zu bekämpfen, sondern um es vollständig da sein zu lassen. Während dieses Gefühl noch spürbar ist, klopfen wir gemeinsam bestimmte Punkte, während Sie Sätze wiederholen, die Ihre Selbstakzeptanz stärken. Das mag zunächst ungewohnt wirken. Oft zeigt sich aber: Sobald der Widerstand gegen das Gefühl nachlässt, verändert sich auch das Gefühl selbst – nicht weil es weggeklopft wurde, sondern weil es endlich angenommen und gesehen werden durfte.
Klopfakupressur ersetzt kein tieferes therapeutisches Verstehen. Sie ist ein Werkzeug, das die Annahme dessen, was gerade ist, unterstützt – und oft überraschend schnell zu spürbarer Erleichterung führt.
Wer's genauer wissen will – hier der fachliche Hintergrund:
Die Wirkung beruht auf der gleichzeitigen Aktivierung von zwei Bereichen: dem sogenannten emotionalen Gehirn (limbisches System und Amygdala) und dem kognitiven Gehirn (Großhirn). Man spricht deshalb auch von einer bifokal-multisensorischen Methode – Körperempfindung und Sprache werden gleichzeitig angesprochen.
Konkret zeigt sich: Klopft man bestimmte Punkte, während man sich gedanklich auf ein belastendes Gefühl fokussiert, wird die Amygdala – unser Alarmzentrum – deaktiviert. Die Emotion wird dadurch "entkoppelt":
Man kann sich an das belastende Ereignis erinnern, ohne erneut von Panik oder Hilflosigkeit überflutet zu werden. Wichtig dabei: Diese Veränderung entsteht nicht durch Verdrängung, sondern dadurch, dass Amygdala und Großhirn das belastende Gefühl gleichzeitig verarbeiten können – der Widerstand dagegen fällt weg, nicht das Gefühl selbst wird ausradiert.
Michael Bohne hat diese Wirkung auch mit bildgebenden Verfahren (fMRT) untersuchen lassen, unter anderem bei Flugangst – die Forschung dazu läuft bis heute weiter und untersucht, in welchen Hirnarealen die Technik genau wirkt.
Klopfakupressur setze ich in der Begleitung dort ein, wo es passt – ergänzend zur körperorientierten Psychotherapie. Der Kampf gegen das, was gerade ist, kostet Kraft. Wenn wir dem, was ist, die Erlaubnis geben, da zu sein, kann sich unser Nervensystem regulieren – und die Anspannung dahinter löst sich.
Wenn Sie spüren, dass Ihnen dieser Zugang guttun könnte, freue ich mich darauf, Sie zu begleiten.
Rufen Sie mich gerne an oder schreiben Sie mir – ich freue mich darauf, Sie oder einen Menschen, der Ihnen am Herzen liegt, auf dem Weg zu begleiten.
Ich verbinde das Wissen um Nährstoffe mit psychotherapeutischen Impulsen zu Themen wie
AD(H)S, Stressregulation und Bindung.
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