RAMONA WEGELE | BLOG
Heilpraktikerin für Psychotherapie
RAMONA WEGELE | BLOG
Heilpraktikerin für Psychotherapie
Lesezeit: ca. 5 Minuten
Warum die Antwort nicht in der Genetik, sondern in unserem Nervensystem liegt – und natürliche Alternativen zu Ritalin.
Wenn wir heute über das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (AD(H)S) sprechen, begegnet uns meist dasselbe Narrativ: Es handele sich um eine rein genetisch bedingte, chronische Fehlfunktion des Gehirns. Die logische Konsequenz dieses Ansatzes? Der Griff zu Medikamenten.
Eine lebenslange Abhängigkeit wird damit oft eingeleitet – nicht zwingend im Sinne einer klassischen Sucht, sondern im Sinne einer inneren Haltung: „Ich brauche diese Pille, damit ich im Alltag überhaupt funktionieren kann.“
Doch was, wenn wir AD(H)S völlig falsch betrachten?
Ein gänzlich anderer, zutiefst heilsamer Blickwinkel stammt von dem bekannten Arzt und Therapeuten Dr. Gabor Maté. Seine Perspektive kritisiert die rein biologische Betrachtung scharf.
AD(H)S ist demnach kein unabänderlicher Gendefekt. Ja, das Phänomen wird von Generation zu Generation weitergegeben – aber nicht über „AD(H)S-Gene“, sondern durch transgenerationale Traumata:
Unaufgelöste traumatische Ladung: Wenn Eltern oder Großeltern überwältigende Erfahrungen machen und diese in ihrem eigenen Nervensystem nicht auflösen können, bleibt die Spannung im Körper gespeichert.
Epigenetische Weitergabe: Über epigenetische Mechanismen – also wie Umwelt und Stress die Aktivität unserer Gene beeinflussen – wird die Empfindlichkeit des Nervensystems an die Kinder weitergegeben.
Symptome als Überlebensstrategie: Rastlosigkeit, Impulsivität oder Abschweifen sind im Grunde nichts anderes als ein Nervensystem, das gelernt hat, permanent im Alarmmodus zu sein – ein hochentwickelter Schutzmechanismus, um mit einer als unsicher empfundenen Umwelt umzugehen.
Diese Sichtweise verändert alles. Denn wenn AD(H)S kein genetisches Urteil ist, bedeutet das im Umkehrschluss:
Wir dürfen die Verantwortung für unsere Heilung zurückholen und aufhören, auf die eine Wunderpille zu hoffen – auch wenn wir ehrlich bleiben sollten: Ein Nervensystem, das über Generationen auf Hochspannung geeicht wurde, reguliert sich nicht von heute auf morgen. Auf diesem oft langwierigen Weg kann es sinnvoll sein, den Körper auch stofflich zu unterstützen.
Für genau diese Unterstützung nutze ich seit Jahren einen wunderbaren Schatz aus der Natur: die Wilde Möhre (Daucus carota).
Ich habe diesen Ansatz vor vielen Jahren durch einen Artikel von Margret Rupprecht in der Zeitschrift NATUR & HEILEN entdeckt, in dem die Wilde Möhre als natürliche Alternative zu Ritalin vorgestellt wurde. Dieser Impuls hat mein eigenes Leben nachhaltig verändert – und die Rückmeldungen der Menschen, denen ich sie seither weiterempfohlen habe, sind überwältigend: Viele berichten von einer enormen Verbesserung ihrer Konzentrationsfähigkeit und einer spürbaren inneren Ruhe im Alltag.
Schauen wir uns eine Wilde Möhre auf einer Wiese genauer an, entdecken wir etwas Faszinierendes: Inmitten der filigranen, weißen Blütendolde sitzt eine einzige, winzige, dunkle Blüte – die sogenannte „Mohrenblüte“. In der Pflanzenheilkunde steht diese Signatur für das Prinzip der Zentrierung:
Während ein überreiztes Nervensystem unter ständigen „Gedankenausreißern“ leidet und sich im Außen verliert, symbolisiert die Pflanze die Sammlung im Kern – ein natürlicher Anker, der uns hilft, aus der inneren Zerstreutheit zurück in die Präsenz im Hier und Jetzt zu finden.
Als sanfte, pflanzliche Unterstützung hilft die Wilde Möhre dem Nervensystem bei genau diesem Anpassungsprozess:
Fokus statt Chaos: Sie unterstützt dabei, Aufgaben nicht mehr im reaktiven „Multitasking-Modus“, sondern eins nach dem anderen konzentriert zu erledigen.
Präsenz im Hier und Jetzt: Viele Anwendende beschreiben sich innerlich „wacher“, geerdeter und präsenter – das Gefühl, getrieben oder abwesend zu sein, weicht einer klaren Präsenz.
Entscheidungsfreude: Wenn der Kopf nicht mehr im Überlebensmodus funkt, fällt es leichter, Prioritäten zu setzen und Entscheidungen zu treffen.
Diese Wirkung liegt auch an der komplexen Zusammensetzung der Pflanze: Ätherische Öle wie Carotol wirken erdend und beruhigend auf das Nervensystem, Provitamin A und die Vitamine B1, B2 und C unterstützen den Zellstoffwechsel, und Flavonoide sowie Cumarine schützen als Antioxidantien vor dem oxidativen Stress, der durch die chronische Aktivierung des Nervensystems entsteht.
Aus eigener Erfahrung empfehle ich besonders die Daucus-carota-Urtinktur der Firma Ceres ("CERES Daucus comp."), die durch ihre achtsame, handwerkliche Herstellung eine besonders hohe Qualität bewahrt.
Die Standarddosierung liegt bei 3-mal täglich 2 bis 5 Tropfen in etwas Wasser; bei Kindern oder sehr sensiblen Menschen wird sanfter begonnen, etwa mit 1–2 Tropfen, und bei Bedarf langsam gesteigert.
Bewährt hat sich außerdem eine Intervall-Therapie: 4 Wochen Einnahme, 1 Woche Pause, dann je nach Bedarf von vorn.
Wer die Wilde Möhre lieber als Tee trinkt: 1–2 Teelöffel des getrockneten Krauts oder der leicht zerstoßenen Samen pro Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten abgedeckt ziehen lassen (das Abdecken bewahrt die ätherischen Öle) – davon können wir täglich 1 bis 2 Tassen genießen.
Die Wilde Möhre ist ein zutiefst treuer, sanfter Verbündeter auf dem Weg in die Selbstermächtigung und die innere Ruhe. Ich freue mich über Rückmeldungen und Erfahrungsberichte.
Parallel zur Einnahme lohnt es sich, sich der tief sitzenden Ladung im eigenen Nervensystem liebevoll zuzuwenden. Ansätze, die das System wieder in einen Modus der Sicherheit bringen, sind dabei eine wertvolle Unterstützung. Ich selbst habe nach der Geburt meines Sohnes enorm von meiner Somatic Experiencing Therapie profitiert.
Weil die Arbeit über den Körper für mich so eindrucksvoll war, habe ich mich anschließend selbst auf den Weg gemacht und bin dankbar, Menschen auf diese Weise begleiten zu dürfen.
Wer sich also auf diesem Weg professionelle und einfühlsame Unterstützung wünscht, ist in meiner Praxis in Herrsching am Ammersee herzlich willkommen: Gemeinsam arbeiten wir daran, wieder Sicherheit im Nervensystem zu verankern – gerne auch online von zu Hause aus.
Sie ist im Grunde ein unbewusster Versuch, im Hier und Jetzt zu bleiben. Viele nutzen instinktiv genau diese Mechanismen im Alltag – das unaufhörliche Wippen mit dem Fuß, das Bewegen der Finger, oder auch den modernen Boom von Fidget Spinners und Knetbällen, die dem inneren Bewegungsdrang einen gezielten Kanal geben, um die Konzentration zu halten.
Inspiriert von Margret Rupprecht ("Daucus carota – Die Wilde Möhre: Natürliche Alternative zu Ritalin", NATUR & HEILEN 9/2021) und Dr. Gabor Maté (Unruhe im Kopf: Über die Entstehung und Heilung von ADHS).
Ich verbinde das Wissen um Nährstoffe mit psychotherapeutischen Impulsen zu Themen wie
AD(H)S, Stressregulation und Bindung.
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Körperorientiert • Ganzheitlich • Traumainformiert
Kakao ist gerade überall – bei Tanz-Events, Retreats, in der spirituellen Szene. Er gilt als „Medizin", als Herzöffner, als sanfte Alternative zum hektischen Kaffee-Kick.
Das hat mich neugierig gemacht: Was macht Kakao eigentlich mit unserem Nervensystem?
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